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12.06.2018

„Wärme mit Weitblick“ - mehr umweltfreundliche Fernwärme für Freiburg

Das Fernwärmenetz rund um den Freiburger Hauptbahnhof wächst weiter: Die badenova Tochter Wärmeplus hat das Netz verdichtet, so dass immer mehr Haushalte, Behörden und Firmen von den Vorteilen effizienter, umweltfreundlicher Fernwärme profitieren. Fernwärme ist ein wichtiger Baustein für die Energiewende und weist eine hohe Energieeffizienz auf.

„Wärme mit Weitblick“ - mehr umweltfreundliche Fernwärme für Freiburg

„Wärme mit Weitblick“, nennt Klaus Preiser, Geschäftsführer von Wärmeplus die Fernwärme. Die Fernwärme für das Areal rund um den Hauptbahnhof und die Achse in Richtung Innenstadt wird durch Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), der gleichzeitigen Produktion von Strom und Wärme, erzeugt. Dies geschieht im Untergeschoss des Stadttheaters, wo Wärmeplus seit 2005 ein modernes Blockheizkraftwerk betreibt. Als Brennstoff kommt im BHKW-Stadttheater größtenteils Bioerdgas zum Einsatz. Von dort gelangt Fernwärme bequem, sicher und effizient per Rohrleitung zu den Abnehmern.

Gestartet wurde mit der Verlegung 1998: Damals wurden 600 Meter Leitung vom Stadttheater bis zum Hauptbahnhof gelegt und 6 Abnehmer angeschlossen, darunter das Stadttheater selbst, das Kino „cinemaxx“ und der Bahnhof mit seiner Infrastruktur. Sukzessive kamen neue Abschnitte hinzu: 2005 die Trassenerweiterung Kleine Bismarckallee mit der Richard-Fehrenbach-Gewerbeschule, 2008 die Sedanstraße bis Schnewlinstraße und der Anschluss des „Xpress“-Gebäudes. Weitere Meilensteine waren die Erweiterung auf dem Rotteckring 2015, deren Fertigstellung bis zur Katharinenstraße sowie der Anschluss des „Colombi“-Hotels und des Prediger-Turms 2016. Das Schulamt in der Eisenbahnstraße sowie 2017 das Sankt Ursula-Gymnasium und weitere Gebäude des Ordinariats folgten. Momentan beträgt die Leitungslänge rund 3 km.

Auch in 2018 und 2019 stehen weitere Neuanschlüsse sowie Leitungsumlegungen auf dem Programm von Wärmeplus. Unter anderem in der Eisenbahnstraße auf Höhe der Hans-Sachs-Gasse, wo rund um Pfingsten eine größere Baumaßnahme sein wird. „Im sehr verkehrsträchtigen Bereich zu bauen ist keine leichte Aufgabe: Im Erdreich befinden sich unzählige Versorgungsleitungen (Strom-, Gas-, Wasser, Abwasser, Telekommunikation, Wärme…), so dass bei Grabungen extrem exakt gearbeitet werden muss.“, erklärt Wolfram Schmidt, der seitens Wärmeplus das Projekt betreut. Auch Großwärmeabnehmer wie das Postareal werden im Zuge des Ausbaus angeschlossen.

Die Energiewende ist aktuell eine der großen Herausforderungen der Menschheit. Deutschland hat sich in Paris verpflichtet, bis 2050 „klimaneutral“ zu sein. Während man laut Klaus Preiser im Bereich des Stromes schon auf guten Wege ist – fast 40% des bundesweiten Stroms wird regenerativ erzeugt – steht das Land bei der „Wärmewende“ noch am Anfang. Und dies obwohl in Deutschland etwa 52% des gesamten Endenergiebedarfs für Raumheizung und Prozesswärme benötigt wird, liegt der regenerative Anteil bei nur 14%. „Hier im Stadttheater Freiburg zeigen wir beispielgebend, wie die Wärmewende funktionieren kann.“, so Klaus Preiser. „Unsere Blockheizkraftwerke werden überwiegend mit Bioerdgas betrieben. Das ist Biogas, das wir in unserer Biogasanlage im Gewerbepark Breisgau erzeugen und dann auf Erdgasqualität aufbereitet über das Gasnetz der bnNetze hierher transportieren. Somit erzeugen wir im Stadttheater Ökostrom für etwa 1.500 Haushalte, liefern Fernwärme mit einem fast unschlagbar niedrigen Primärenergiefaktor und sind kostenmäßig vergleichbar mit dezentralen fossil betriebenen Kesselanlagen.“

Die Summe all dieser Argumente führt dazu, dass sich immer mehr Kunden aktiv für einen Fernwärmeanschluss entscheiden. Darüber hinaus müssen sich Kunden nicht um die Brennstoffbeschaffung kümmern, keine Wartungsfirma beauftragen oder sich um Reparaturen oder den nächsten Schornsteinfegerbesuch keine Gedanken machen „Sicher, komfortabel, kostentransparent und umweltfreundlich – mit einem Anschluss an die Fernwärme trägt jeder aktiv zur Energiewende bei und kann gleichzeitig den Rundum- Service der Wärmeplus genießen. Diese Argumente überzeugen immer mehr Verbraucher, so dass wir kaum mit dem Ausbau unserer Fernwärmenetze nachkommen.“, so Geschäftsführer Preiser.

Wärmeplus betreibt und verantwortet viele Wärmenetze in der Region. Deren Gesamtnetzlänge beträgt über 120 km. Dahinter stehen rund 2.000 Netzanschlüsse. Manche Wärmenetze werden mit Partnern betrieben wie in der Wärmegesellschaft Kehl, in der Badenweiler Energie GmbH oder der Wärme Südwest GmbH. Aktuell sind 91 Mitarbeiter bei Wärmeplus beschäftigt. Jährlich werden rund 300 Gigawattstunden (GWh) Wärme, 130 GWh Strom und 80 GWh Biogas produziert.

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