Hohenlochen

Hohenlochen
Simulation der Windräder auf dem Hohenlochen

Die Energiewende in der Region umzusetzen ist das Ziel der Kommunen, Bürger und uns als regionalem Energie- und Umweltdienstleister. Auf dem Hohenlochen bei Oberwolfach und Hausach ist ein Windprojekt in der Umsetzung, mit dem die lokale Energiewende einen Schub erhält: vier Windenergieanlagen des Typs Enercon E-138 mit einer Leistung von je 4,2 MW sollen auf dem Hohenlochen Ökostrom produzieren.

Bereits seit Herbst 2015 hatten wir rund 18 Monate lang die lokalen Windverhältnisse auf dem Hohenlochen untersucht. Zum Einsatz kamen ein knapp hundert Meter hoher Windmessmast aus heimischer Weißtanne sowie ein mobiles Windmessgerät. Die Bau- und Betriebsgenehmigung nach Bundes-Immissionsschutz-Gesetz (BImSchG) war Anfang September 2018 erteilt worden, Mitte Oktober erhielten wir den positiven Bescheid für eine EEG-Förderung des Projekts. Die Inbetriebnahme der Windenergieanlagen ist Ende 2020 geplant.

Die geplante Stromerzeugung der Windenergieanlagen liegt bei rund 34 Millionen Kilowattstunden jährlich. Durch die Nutzung der Windkraft können am Standort Hohenlochen so ca. 19.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

Unsere Windenergieanlagen auf einen Blick

Bau des Windparks auf dem Hohenlochen

Bis der eigentliche Windanlagenbau startet, sind bei allen Windprojekten stets viele Vorarbeiten zu leisten: So wurde die Verbreitung und das Verhalten von Tieren erfasst und bei Bedarf Schutzmaßnahmen ergriffen. Zum Beispiel haben wir Fledermauskästen sowie Barrieren zum Schutz des Lebensraums der Haselmaus angebracht. Außerdem wurden mehrere fußballfeldgroße Flächen zu attraktiven Lebensräumen für das Auerhuhn, die Waldschnepfe und den Sperlingskauz umgestaltet.

Nicht nur die Belange des Natur- und Artenschutzes wurden berücksichtigt, auch die des Tourismus: Der beliebte Westweg wurde, wo es erforderlich war, umverlegt und neu ausgewiesen. Schwarzwaldverein und badenova arbeiteten hier eng zusammen. Die am Projekt beteiligten Firmen wurden vor Ort auf die örtlichen Besonderheiten am Hohenlochen aufmerksam gemacht.

Neben partiellen Rodungen durch die jeweiligen Waldeigentümer wurde eine Zuwegung erstellt sowie die Bestandswege ausgebaut. Die Betonage der Fundamente wurde vorbereitet und erste Kabel im Boden verlegt.

März 2020: Das Fundament steht

Auf dem Hohenlochen werden die Fundamente für den neuen Windpark erstellt.
Fundamentbau auf dem Hohenlochen

Trotz einiger Starkregen und Stürme wie „Sabine“, die den Zugang zur Baustelle in den ersten Wochen des Jahres erschwert haben, wurden die Betonfundamente des Windparks Hohenlochen in die Erde gebracht. Um dem Windpark eine stabile Basis zu verleihen, beträgt der Durchmesser der Fundamente insgesamt 22,5 Meter.

Auch die Unterquerung des Gewerbekanals und der Kinzig für den Netzanschluss ist bereits im vollen Gange. Große Strecken des Netzanschlusskabels sind im Norden des Windparks bereits im letzten Jahr in den Boden verlegt worden. Die Kabel werden größtenteils im neugebauten Weg bzw. in den ertüchtigten Bestands- und Wanderwegen verlegt.

April 2020: Start des Turmbaus

Im April 2020 ist der Turmbau der neuen Windräder auf dem Hohenlochen gestartet.
Start des Turmbaus der Windräder

Im April hat der Turmbauer Max Bögl aus der Oberpfalz begonnen, die fast 90 Meter hohen Betontürme aus je 90 Fertigbetonteilen zu errichten. Die sogenannten „Drittelschalen“ wurden auf der Montagefläche vor dem Fundament zu kompletten Ringsegmenten verbunden, bevor sie auf dem Fundament aufeinandergesetzt wurden. Die Verbindung der Turmteile erfolgt über intern geführte Stahlseile. Nach einer Zwischenstation im Sägewerk Meyer wurden die benötigten Teile größtenteils über Fischerbach angeliefert.

Die Unterquerung des Gewerbekanals und der Kinzig für den Netzanschluss des Windparks wurde inzwischen abgeschlossen.

August 2020: Transport der Großkomponenten

Die vier Betontürme des Windparks wurden inzwischen inklusive sämtlicher Inneneinbauten fertig gestellt. Anfang August beginnt nun der Transport der Großkomponenten zum Baufeld. Die Rotorblätter und das längste Stahlturmsegment mit einer Länge von ca. 30 Metern werden über Zell am Harmersbach angeliefert. Der Montagekran, das Maschinenhaus und die zwei kleineren Stahlturmsegmente gelangen über Fischerbach in den Windpark.

Um die Großkomponenten wie die fast 70 Meter langen Windflügel in den Windpark zu überführen, kommt ein Spezialfahrzeug, ein sog. Selbstfahrer, zum Einsatz. Diese fahrbare Plattform mit mehreren Achsen und eigenem Antrieb ermöglicht das Befördern schwerer und sperriger Anlagenteile. Der Selbstfahrer wird mittels Fernbedienung vom Fahrzeugführer navigiert, der unmittelbar neben dem Fahrzeug läuft. „In schwierigen Passagen kann der Fahrzeugführer das Rotorblatt drehen und anheben“, erklärt Sebastian Schüßler, Projektleiter der badenovaWÄRMEPLUS. Die Fahrten finden im Morgengrauen statt, damit die in der Nähe wohnenden Bürger möglichst wenig im Alltag beeinträchtigt werden.

Mehr zum Transport der Großkomponenten erfahren Sie in unserer Pressemitteilung.

Weitere Bauphasen

Bevor das Maschinenhaus und die Rotorblätter montiert werden können, erfolgt die Installation der jeweils drei Stahlturmsektionen mit Höhen zwischen 18 und 30 Metern. Diese Arbeiten führt der Windenergieanlagenhersteller Enercon aus Aurich selbst durch. Die Gesamtlänge des Hybdridturmes, einer Kombination aus Beton- und Stahlteilen, beträgt rund 150 Meter.

„Wir sind weiterhin sehr optimistisch, dass unser Zeitplan trotz der aktuellen Corona-Krise Bestand hat und Ende des Jahres der erste grüne Strom vom Hohenlochen ins Netz eingespeist wird“, so Klaus Preiser, Geschäftsführer von badenovaWÄRMEPLUS.

Informationen für Anwohner

Während der Bauphase möchten alle Beteiligte auf die Bedürfnisse der Bewohner der angrenzenden Täler Rücksicht nehmen. Die genehmigten Routenvarianten für die Baustellenfahrzeuge werden gut sichtbar ausgewiesen. Nicht gestattete Zufahrtsrouten werden zum Wohle der Anwohner und zum Schutz des Waldes entsprechend ausgeschildert.

Wir bitten um Verständnis, sollten Bürger durch die Anlieferungstransporte behindert werden. Anlieger können alle Wege – bis auf temporäre Ausnahmen während der Transporte der Großkomponenten – wie gewohnt befahren.

Sie haben Fragen oder Anliegen? Wir sind gerne für Sie da:

E-Mail: wind@badenova.de

Telefon: 0761 279-7777