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16.02.2017

Warmwasser mit Solarthermie auf Mehrfamilienhäusern lohnt sich

Aus Sonne Wärme gewinnen, das lohnt sich auch für größere Häuser mit mehreren Wohnungen. Das ist das Ergebnis eines Pilotprojekts, das von der Stadt Freiburg initiiert, vom badenova Innovationsfonds gefördert und vom Bauverein Breisgau erstmals umgesetzt wurde.

Blick auf die Solarthermie-Kollektoren auf dem Dach des denkmalgeschützten Mehrfamilienhauses.
Blick auf die Solarthermie-Kollektoren auf dem Dach des denkmalgeschützten Mehrfamilienhauses.

Bislang ist Solarthermie größeren Gebäudekomplexen oft verwehrt geblieben, da durch fehlende Erfahrung vor allem Hausbesitzer und -verwalter großen Respekt vor der technischen, aber auch organisatorischen Umsetzung haben. Gerade bei Mehrfamilienhäusern im Bestand gibt es noch erhebliches Potential hinsichtlich der Solarthermie. Mit einem Pilotprojekt macht die Freiburger Solarthermie-Initiative diese bewährte Technik einem weiteren Publikum bekannt und zeigt Wege auf, um Investitionshemmnissen zu überwinden.

Nach einer umfangreichen Planungsphase ging das Pilotprojekt im Juli 2015 an den Start. Die Besonderheit bestand in der Einbindung einer großen Solarthermieanlage auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses, das zur Erschwernis des Projektes unter Denkmalschutz steht. Im Zusammenspiel mit einem zentralen Blockheizkraftwerk versorgen seit über einem Jahr die solarthermischen Anlagen auf dem denkmalgeschützten Gebäudekomplex die Bewohner in der Emmendinger Straße klimafreundlich mit Strom und Wärme. Verteilt wird die gewonnene Wärme über ein eigenes gebäudeinternes Mikro-Nahwärmenetz.

Der selbst produzierte BHKW-Strom wird über die Energieversorgung Breisgau GmbH, eine gemeinsame Tochtergesellschaft von badenovaWÄRMEPLUS und dem Bauverein an die Mieterinnen und Mieter zum Eigenverbrauch verkauft. „Bereits drei Viertel aller Mietenden beziehen den preisgünstigen Strom aus eigener Herstellung“, erzählt Michael Simon, Leiter der Bauabteilung beim Bauverein Breisgau.

Wissenschaftlich wurde das Projekt vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesystem ISE wissenschaftlich begleitet. Das Ergebnis nach einem Jahr: Die Anlage sorgte für eine Einsparung von mehr als zwölf Tonnen Kohlendioxid. In den Sommermonaten lieferten die Kollektoren mehr als 60 Prozent der von den 92 Wohnungen benötigten Wärmemenge. Über das gesamte Jahr 2016 gesehen, konnte die Solarthermie rund zehn Prozent der Wärmeenergie bereitstellen.

Einen vertieften Einblick in das Thema Solarthermie im Mehrgeschosswohnungsbau und in das Projekt des Bauvereins bietet das Fachseminar Solarthermie auf der Messe GETEC in Freiburg am Freitag, den 17. Februar ab 13 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Hier finden Sie nähere Informationen zum badenova Innovationsfondsprojekt Solarthermie-Initiative Freiburg "Klimafreundliche Wärmeversorgung eines denkmalgeschützten Mehrfamilienhaus-Ensembles mit innovativer Solarthermieanlage".

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